Zusammenfassung

English version

„Als ich fünfzehn war hatte ich Gelbsucht“. Mit diesem Satz beginnt Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“. Michael Berg geht nach der Schule die Straße entlang, als er plötzlich erbricht und Hanna Schmitz, 35 Jahre alt, kennen lernt. Sie kümmert sich um ihn und bringt ihn nach Hause. Am selben Tag wird bei Michael Gelbsucht diagnostiziert. Nachdem seine Krankheit wieder einigermaßen auskuriert ist, besucht er Hanna mit einem Strauß Blumen, um sich zu bedanken.
Nach einer Weile möchte er gehen, Hanna bittet ihn aber zu warten, weil sie Michael ein Stück begleiten möchte. Während sie sich umzieht, schaut Michael heimlich durch einen Türspalt. Hanna bemerkt dies und Michael rennt davon.
Eine Woche später besucht er sie erneut. Hanna bittet ihn Kohle aus dem Keller zu holen und Michael kehrt eingeschwärzt zurück. Daraufhin lässt sie ihm ein Bad ein. Hanna und Michael schlafen das erste Mal miteinander, in der selben Nacht verliebt sich Michael in Hanna.

So wird es für die Beiden zu einem Ritual und Michael schwänzt jeden Tag die letzte Stunde, um auf Hanna zu warten, die um Zwölf von der Arbeit kommt. Hanna bittet Michael ihr vorzulesen, nachdem sie miteinander geschlafen haben. Sie ist eine aufmerksame Zuhörerin. In den Osterferien fährt Michael mit der ersten Bahn nach Schwetzingen, um bei Hanna zu sein. Sie arbeitet als Straßenbahnschaffnerin. Es kommt allerdings nur zum Streit und Michael nimmt alle Schuld auf sich, um Hanna nicht zu kränken. In den Ferien unternehmen die Beiden eine Fahrradtour, Michael freut sich dabei vor allem auf die Nächte. Eines Morgens möchte er Frühstück besorgen gehen und schreibt Hanna einen Zettel. Als er mit Frühstück zurückkehrt, ist sie sehr zornig und der Zettel nicht mehr auffindbar. Wieder kommt es zum Streit und Michael nimmt die Schuld auf sich.

Nachdem die Ferien zu Ende sind werden die Klassen neu eingeteilt und Michael verbringt neben der Zeit mit Hanna auch einige Zeit mit seiner Klasse im Schwimmbad. Wieder einmal schlafen Hanna und Michael miteinander, später sieht er Hanna noch im Schwimmbad, geht aber nicht zu ihr. Am nächsten Tag ist Hanna plötzlich aus ihrer Wohnung ausgezogen und verschwunden. Michael fragt sich, ob es seine Schuld sei oder ob er Hanna verraten habe.

Stock photo: Walking on the papers (c) rodrigovcoJahre später sieht er Hanna im Rahmen seines Jurastudiums im Gerichtssaal wieder. Sie ist angeklagt, da sie freiwillig zur SS ging und dort als Aufseherin in Konzentrationslagern gearbeitet hatte. Hanna ließ sich im KZ immer von jungen Mädchen vorlesen, danach wurden diese selektiert. Bei einer Wanderung von Krakau nach Auschwitz schlafen sie in einer Kirche, als in der Nacht ein Feuer ausbricht. Weil keiner der Wärter die Tür aufschließt, sterben alle bis auf eine Mutter mit ihrer Tochter. Hanna gibt zu, damals den Bericht geschrieben zu haben, obwohl sie, wie sich später in dem Buch herausstellt, Analphabetin ist.

Michael fährt in ein Konzentrationslager, um Hanna in der damaligen Situation einerseits zu verstehen, andererseits um sie zu verurteilen. Als Michael herausfindet, dass Hanna Analphabetin ist, beschließt er zum obersten Richter zu gehen und es ihm zu sagen. Beim obersten Richter angekommen erwähnt er Hannas Analphabetismus allerdings nicht. Hanna bekommt eine lebenslängliche Haftstrafe. Michael heiratet als Rechtsreferendar Gertrud, sie bekommen eine Tochter namens Julia. Als Julia fünf ist, lassen sie sich die beiden scheiden.

Hanna ist inzwischen schon mehrere Jahre im Gefängnis und Michael beginnt damit, Bücher auf Kassetten vorzulesen und zu Hanna in das Gefängnis zu schicken. Vier Jahre später bekommt Michael die erste Antwort von Hanna, sie bedankt sich für die Kassetten. Er selber schreibt Hanna allerdings nie. Nach 17 Jahren Haft kommt einen Brief der Gefängnisleitung. Die Leiterin schreibt Michael, dass Hanna wahrscheinlich in einem Jahr entlassen wird und bittet ihn sich um Wohnung, Arbeit und Freizeitprogramme zu kümmern und Hanna im Gefängnis zu besuchen. Er kümmert sich um Wohnung und eine Arbeitsstelle für sie, besucht Hanna allerdings zunächst nicht. Eine Woche vor Hannas Entlassung besucht er sie im Gefängnis und bemerkt, dass die Hanna von früher inzwischen eine alte Frau ist. Ebenso schenkt er Hanna keinen Platz mehr in seinem Leben. Am Tag ihrer Entlassung ist Hanna tot, sie hat sich am Morgen erhängt. Mit der Leiterin des Gefängnisses sieht Michael sich Hannas Zelle an und findet Bücher über Konzentrationslager und auch klassische Literatur. Hanna hat mit Michaels Kassetten lesen gelernt. Sie hinterlässt auch ein Testament, die 7000 DM von ihrem Konto sollen der Mutter und der Tochter übergeben werden. Dazu fährt Michael nach New York und sie überweisen das Geld an die Jewish League Against Illiteracy in Hannas Namen.
Die Organisation bedankt sich mit einem Brief bei Hanna für die Spende. Michael nimmt den Brief und besucht ein einziges Mal Hannas Grab auf dem Friedhof.

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24 Kommentare zu “Zusammenfassung

  1. jasmin

    Ich bräuchte mal Hilfe. Wie kann man die drei Kapitel mit Überschriften beschreiben und zu jedem Kapitel eine Inhaltsangabe

    1. admin Autor des Beitrags

      Hallo Jasmin,
      schau doch mal auf die Seite “Inhalt der Kapitel”, ich denke, dort wirst du fündig…

  2. Kartoffelsalat

    Ich wurde auch mit 15 Jahren von einer neunundzwanzig Jahre alten Dame missbraucht. Schade dass die nicht auch eine lebenslange Strafe kriegt…

    1. admin Autor des Beitrags

      Hallo Kartoffelsalat,
      auch wenn das hier nicht wirklich die richtige Seite für das Thema ist: Bitte hole dir unbedingt juristische und psychologische Hilfe! Das ist absolut ernst gemeint, auch wenn der Fall wahrscheinlich schon Jahre zurück liegt.

  3. Karoline Cognac

    Meiner Meinung nach ist das Buch nicht als Klassenlektüre geeignet. Denn es geht ums KZ ,… und es ist auch vom Aussehen her viiieell zu langweilig um es zu lesen. Ich glaube nicht, das es jemanden in meiner Altersklasse anspricht sondern eher die älteren Altersklassen vl. 40+?? Deshalb finde ich es gut das es ne Zusammenfassung gibt!

    1. Anna Karenina

      Hey ich bin 15 und finde es geeignet. Meine Mitschüler können sich gut in Michael hineinversetzen. Ich finde das KZ-Thema nicht schlimm. Man hat zwar schon (zu) oft im Geschichts-Unterricht davon gehört aber schließlich stammt Schlink ja auch aus der Nachkriegszeit und kann gut davon erzählen, deshalb ist es mal was Neues. Auch er hat ja die Nazi-Prozesse miterlebt (nehme ich mal an). Aber: Wieso zum Teufel reduzierst du ein Buch auf sein Cover? Ich stimme dir aber auch zu dass es gut ist, hier die Zusammenfassung zu lesen, weil sie einem beim Aufbau einer Zusammenfassung/Interpretation helfen kann.

    2. Paul Phanter

      Wieso muss es eigentlich immer diese geistlosen Ergüsse geben? Junge Menschen sind an unserer historischen Entwicklung, auch an die der Unrühmlichen, interessiert. Daraus kann man seine Schlüsse ziehen.
      Ein Buch bezieht seinen Wert nicht über das Aussehen. Eine bemerkenswerte oberflächliche Betrachtungsweise.

  4. Laurasa

    Also dieses Buch geht einfach gar nicht, es ist nicht für Leute unter 18 geeignet, die keine psychische Störung erleiden wollen. Es tu mir leid, aber es gibt echt besseres zu lesen als das. Wie kann dieses Buch nur so erfolgreich sein? Es muss immer um Tod und so gehen, was soll das eigentlich?

    1. Anna Karenina

      Ich verstehe nicht, warum du das Buch für Unter-18-Jährige ungeeignet findest.
      1) Sex-Szenen werden nur sehr kurz und eher sachlich beschrieben
      2) Sex ist Thema der Jugendlichen
      3) Es geht weniger um Tod als um Liebe
      4) Fifty Shades of Grey ist ja wohl tausendmal schlimmer 😀
      5) Es ist so erfolgreich, weil man sich gut in die Gefühle Michaels hineinversetzen kann
      6) Was das soll? Jemand hat seinen Gefühlen freien Lauf gelassen und in ein Buch einfließen lassen.

  5. Marlene Majoran

    Eigentlich ist es ja die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs eines noch sehr jungen und unerfahrenen Jungen, der danach kaputt und mit gebrochenem Herzen zurückbleibt… Es ist merkwürdig, wie sowohl der Autor als auch die Schauspieler im Film es schaffen, dass man Sympathie und Verständnis für Hannah aufbringt… ja sogar Hoffnung auf ein anderes Ende. Genial.

  6. Sophi

    Der Film hat mich unendlich berührt. Im Kino habe ich ihn damals mit meinem Freund gesehen und diese Liebesgeschichte war übertragbar auf uns.
    Ich finde es fast schon schade das es keine wahre Geschichte ist. Zu sehen wie Michael hin und her gerissen ist von liebe, Verehrung und wieder Abscheu und Wut auf Hannah ist sehr speziell.
    Ich fand es tröstend zu sehen wie diese eigentlich sehr kurze Beziehung zu Hannah sein Leben prägte. Das ist wahre Liebe mit einem bitteren Geschmack.

    1. Tim

      Die Geschichte basiert auf einer Frau namens Hermine Braunsteiner-Ryan.
      Der Teil mit der Liebe mag zwar nicht dem entsprechen, jedoch basiert die Geschichte auf einer wahren Begebenheit.

      1. admin Autor des Beitrags

        Hallo Tim,
        Wahnsinn, der Lebenslauf von Hermine Braunsteiner-Ryan passt wirklich perfekt zur Figur Hanna. Danke für den Hinweis, wer sich näher damit beschäftigen möchte, sollte auf jeden Fall den Wikipedia Artikel zu dieser Frau lesen: Hermine Braunsteiner-Ryan in Wikipedia

  7. Andreas

    Habe heute den Film gesehen. Er hat mich sehr sehr berührt. So einen tiefgründigen Film wie der Vorleser habe ich schon lange nicht mehr gesehen. War und bin total begeistert und beeindruck!

  8. Marian

    Meine Persönliche Einschätzung zu “Der Vorleser” und dessen Verfilmung:
    Sehr gut, denn es könnte eine wahre Geschichte gewesen sein: Hilfsbereitschaft, Liebe, Sex, untermalt durch geschichtlichen Tatsachen dieser Zeit. Es widerspiegelnd die Gesellschaft von heute, jedoch die Reihenfolge ist anders: Sex, „Liebe“, „Hilfsbereitschaft“ und Geschichte schreiben wir nicht mehr.
    Als Sklaven von Deutschland GmbH, wurde jedem ein Tablet in die Hand gelegt damit auch die 4 Mio. Analphabeten nicht so auffallen (immer online und immer kontrollierbar), wie früher bei der SS jedoch jetzt durch die Nachfolger der Stasi.
    Aber nicht die Hoffnung verlieren, auch Deutschland wird eines Tages wieder demokratisch.

    1. Herbert der Hoffnungslose

      Mal eine ganz andere Frage, die nicht viel mit Schlinks Vorleser zu tun hat: Wer oder was ist denn bitte die “Deutschland GmbH”?

      Wir leben hier immer noch in einem demokratischen Staat und nicht in einer Firma!

  9. Eberhard Brenner (Auf jeder Fete der Renner)

    Hallo!

    Dieses Buch ist ein Witz. Es hat auf der Handlungsebene einfach kein Sinn und die Story hätte man sich nicht ausdenken müssen. Ohne Müll, wie kommt man auf so ein Schrott? Dieser Michael ist richtig im Film. Außerdem sollten die Charaktere mal realistischer dargestellt werden. Das Buch ist auch überhaupt nicht witzig. Shit alter.
    Zudem muss man eindeutig sagen: Der Autor dieses Buches wurde verarscht !! Aber vom aller feinsten…
    Wie kann man sich mit so einem Buch nur so blamieren? Egal, dieses Buch werde ich jetzt erst einmal verbrennen, so wie diese Hanna ihren Hund.

    PS: Ein Tipp, der Vorleser sollte indiziert werden!

    BYE

    1. Jean Noiret

      Das ist keine Kritik sondern ein Pamphlet, falls Sie wissen, was das bedeutet. Es beschäftigt sich in keiner Weise ernsthaft mit dem Buch. Die Problematik der Personen und ihre Charaktere sind Ihnen wohl auch egal. Schade, dass ich Ihren geistigen Erguss gelesen habe. Ich werde ihn in meinem Unterricht als negatives Beispiel benutzen.

    2. Johannes Evanus

      Oh Gott -.-

      Dein Kommentar hat weder Sinn noch eine stichfeste Kritik. – wo verbrennt Hanna ihren Hund? Wie kann man sich mit einem Buch blamieren? Warum sollte der Holocaust witzig dargestellt werden? Inwiefern wurde Bernhard Schlink mit seinem eigenen Buch verarscht? “Dieser Michael ist richtig im Film” – fehlt da ein Wort? Was hat indiziert in diesem Kontext zu bedeuten? Dein Deutschlehrer hat es wohl nicht leicht mit dir…

    3. Lulii

      Ich bin auch nicht besonders begeistert von dem Buch Der Vorleser. Zwar kann ich den Kommentar von dem jungen Mann nicht nachvollziehen, aber die Geschichte ist meiner Meinung nach unrealistisch. Zwar nicht so wie andere Bucher z.B. die bis(s) Reihe, aber beachtet der Autor in dem Fall “das Reale” nicht, was Bernhard Schlink jedoch versucht hat. Ich persönlich finde man sollte das Realistische entweder gut umsetzen oder es ganz lassen.
      Außerdem hat die Geschichte meiner Meinung nach keinen tieferen Inhalt.
      Die ganze Geschichte wirkt auf mich so… grau.
      (Das ist meine eigene Meinung ich bitte niemanden darum es zu verstehen. Ich denke mal es geht bei diesem Buch einfach um Geschmackssache.)

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